Meine Wecker

Ich selber brauche mir hier gar keinen Wecker stellen, denn es gibt hier schon eine ausreichende Geräuschkulisse von der man aufwacht. Um 8 Uhr fangen zur Zeit die Bauarbeiter genau neben meinem Shelter an ein neues Klo zu bauen. Dazu reißen sie das alte Haus ab, um die Steine für das Klo zu verwenden. Da ist man allerspätestens wach. Leider nehmen sie genau die Steine von der falschen Wand, nämlich dort wo unsere Wasserleitung lang geht. Mehrmaliges erklären hat auch nicht geholfen, dass sie eine andere Wand nehmen. Deren Antwort war, sie richten das schon alles wieder. Ich bin gespannt, wie lange wir noch fließend Wasser haben werden. Als sie mit dem Wände aberreißen anfingen, waren wir bestimmt eine Stunde damit beschäftig, unsere Leitung zu reparieren.

Schon vor den Bauarbeitern kommt der Hahn vom Nachbarn vorbei. Wobei ich sagen muss, ich vermisse ihn in letzter Zeit. Ist er schon im Kochtopf gelandet?

Hahn

In Kakani (ein Dorf 2 km oberhalb von Kaule) befindet sich ein UN Trainigscenter. Jeden Morgen um 7 Uhr kommt das Millitär im gleichschritt den Berg heruntergerannt. Zum Teil singend oder irgendwas rufend. Meistens geht es dann wieder hinauf nach Kakani. Für manche Gruppen geht es aber auch noch machmal weiter ins nächste Dorf Rani Pauwa oder sogar nach Kathmandu.

Militär

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EM in Nepal schauen

Wie viele von euch wissen, bin ich nicht so großartig an  Fussball interessiert. Daher hat mich es auch bisher nicht gestört, dass es Kaule keine Möglichkeit gibt die EM zu schauen. 
Gestern war ich in Kathmandu bei einer nepalesischen Familie zu Besuch. Der Ehemann ist ein großer Fussballfan (insbesondere Deutschland natürlich). Vor dem Spiel gestern, wurde noch heiß diskutiert, wer denn nun gewinnen wird. Denn es musste noch eine Wette abgegeben werden. Dazu sollte ich auch meine Brüder zu Rate ziehen 😉 

Durch die Zeitverschiebung, ist es hier schon nach Mitternacht, wenn die Spiele ausgestrahlt. Daher legten sich gegen 10 Uhr im Wohnzimmer alle schlafen. Um halb eins wurde dann der Fernseher angemacht und alle habn mitgefiebert. Gegen halb drei bin ich aber dann schon eingeschlafen. Ich habe also den spannendsten Teil des Deutschland – Italien Spiels verpasst. Aber mir hat es auch gereicht das Ergebnis heute Morgen zu erfahren. 😉

Visum verlängern

Vor fast 2 Wochen musste ich nach Kathmandu um mein Visum zu verlängern. (Ich kann es kaum glauben, aber ich bin schon fast 1 1/2 Monate hier in Nepal. ) Also machte ich auf zum Department of Immigration.

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Sie sind inzwischen schon fortgeschrittener, denn es gibt einen Computer, an dem man seinen Antrag ausfüllen kann.  Das Problem war nur, als ich dort ankam, funktionierte der Computer nicht. Sie versuchten zwar noch eine Weile den Computer wieder zum Laufen zu bringen, aber es passierte nichts. Daher empfahlen die Mitarbeiter am nächsten Tag wieder zu kommen. Mein Visum lief aber an dem Tag aus, außerdem habe ich auch nicht unbedingt die Zeit, ständig dorthin zu rennen. Eigentlich habe ich ja andere Pläne hier in Nepal. Als Alternative schlugen sie uns vor vom eigenen Smartphone sich anzumelden. Das Problem ist nur, dass vom Smartphone die Seite nicht richtig funktioniert. Also viel die Option auch raus. (Für alle die mal das Visum für Nepal verlängern müssen, stellt am besten vorher im Internet den Antrag.) Es gab auch nicht die Möglichkeit in Papierform irgendwas auszufüllen, wie noch vor 3 jahren, denn es gibt ja den Computer. Aber wir wären ja nicht in Nepal, wenn es nicht doch noch eine Möglichkeit gäbe. Vor dem Department of Immigration gibt es noch einen Shop, der anbietet, den Antrag ganz schnell fertig zu stellen. Man muss auch „nur“ 500 NPR be
zahlen

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.

Es gab für mich jetzt auch keine andere Möglichkeit. Mein Foto für den Antrag wurde einfach ein Passfoto von mir genommen und mit der Webcam abfotografiert. Als ich dann wieder rein bin um den Antrag zu stellen, wurde ich wieder gefragt, wann denn mein Visum ausläuft und bis wann ich verlängern möchte. Warum habe ich denn gerade diesen Online-Antrag gestellt, wenn ich sowieso  dem Mitarbeiter das noch mal persönlich mitteilen muss. Hat er das nicht auf dem Antrag stehen, den ich gerade gestellt habe und ganze 500 Rupien bezahlt habe?
Ich glaube, man muss das nepalesische System nicht verstehen.
Wenigsten habe ich meine Verlängerung bekommen und darf noch weiterhin in Nepal bleiben. 🙂

Masterarbeit oder mein neuer Fitnessplan

Was mache ich hier in Nepal eigentlich?

Während meiner Suche für ein Thema für meine Masterarbeit im letztes Jahr bin ich auf den Verein  Kaule e.V. gestoßen. Also dachte ich mir, warum nicht schon wieder Nepal. Es wird ja langsam wieder Zeit. 😉

Mit den Verantwortlichen des Vereins habe mein Thema ausgearbeitet. Und zwar ist meine Aufgabe den Einfluss von Kalk auf den Ernteertrag zu bestimmen. Wie in vielen Teilen Nepals sind auch die Böden in Kaule sauer, haben also einen niedrigen pH-Werte. Für ein optimales Wachstum, brauchen viele Feldfrüchte aber einen höheren pH-Wert als der hier in den Böden vorhanden ist. Mit Kalk kann der pH-Wert des Bodens erhöht werden. Daher schaue ich mir an, wie sich unterschiedliche Kalkmengen auf den Ertrag auswirken und ob der Zusatz von Kalk auch noch wirtschaftlich für die Bauern ist.

Hätte ich gewusst, wie anstrengend das wird, hätte ich mir das ganze vielleicht noch mal überlegt. 😉

  1. Aufwärmphase

Jeden morgen vor dem Frühstück lese ich die Regenmesser ab. Die Menge des Niederschlags kann zu einen schnellen Eindringen des Kalkes in den Boden sowie auch zu Auswaschungen des Kalkes führen.

Der erste Regenmesser steht dirket vor meiner Tür. Zu dem anderem laufe ich eine Viertelstunde hin. Bisher ein schöner Morgensparziergang.

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Mein Regenmesser 

2. Steigerung

Da ich für meine Versuche Bauern brauche, die im Moment geeignete Feldfrüchte anbauen, muss ich zu aller erst die Bauern befragen. Dabei hilft mir Sita, die Projektkoordinatorin des Projektes. Manchmal ist das ganz einfach, da Bauern hin und wieder direkt zum Büro kommen. Meistens müssen wir aber direkt zu den Bauern gehen, d.h. bis zu einer halben Stunde Fussmarsch sind deren Häuser zum Teil entfernt. Und da es hier ja nicht flach ist, sind das manchmal 200 m Höhenunterschied. Zum Glück mache ich keinen Reis, denn die Reisterrassen liegen oft noch weiter unten im Tal.

3. Intensivphase

Wenn ich dann einen passenden Bauern gefunden habe, führe ich meistens schon 1, 2 Tage später meine Kalkung durch. Dazu brauche ich meistens 12 kg pro Bauer. Gut das ich meinen Trekkingrucksack dabeihabe. Sonst könnte ich die ca. 15 kg Material wahrscheinllich nicht schleppen.

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In der Regel holen mich die Bauern ab. Das ist auch gut so, denn nicht immer würde ich deren Haus wiederfinden. Hin und wieder wird mir auch der Rucksack abgenommen. Was manchmal ganz gut ist, denn manche Wege sind auch ohne Rucksack kaum zu bewältigen, besonders nach Regen. Da muss man oft höllisch aufpassen, dass es nicht auf den Hosenboden weiter nach unten geht. Ich frage mich immer noch, wie das die Dorfbewohner immer mit  Leichtigkeit hinbekommen. Natürlich oft in Flipflops oder Badelatschen.

Sita kommt zu meinen Kalkungen nicht mit. Daher ist es ganz gut, dass ich ein bisschen Nepali kann. Manchmal helfen auch die Kinder der Familien beim Übersetzen. Außerdem bringen mir die Bauern mit Begeisterung immer wieder neue Worte auf Nepali bei. Und da das ja nicht reicht, versuchen einige Tamang-Familien auch noch ihre Sprache beizubringen. Aber Nepali reicht glaube ich erst mal. 🙂

Für meine Versuche brauche ich immer 4 verschiedene Parzellen, die unterschiedlich gekalkt werden. Beim Versuchsaufbau hilft zum Teil die ganze Familie mit.

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Nach der Kalkung wird dann meistens gleich gepflanzt. Das überlasse ich aber dann den Familien.

Kalkung (5)

Aussat von Rettich

Bisher habe ich Rettich, Tomaten und Kohl gekalkt. Demnächst stehen noch Erdbeeren an. Außerdem habe ich noch ein paar Felder zur Verfügung, auf denen ich anpflanzen kann, was ich möchte. Da muss ich mir noch was für überlegen.

Mal sehen wie fit ich nach der Kalkungsphase bin. Vielleicht kann ich am Ende auch die Wege trotz 15 kg auf dem Buckel mit Leichtigkeit hinunterlaufen. 15 kg sind nämlich eigentlich überhaupt nichts, wenn man sieht was die Nepalis zum Teil schleppen.

 

Straßenbau 2

Als hätte ich es schon geahnt. Da sind die Baufahrzeuge gerade seit einer Woche weg, da gibt es bei uns auch schon den ersten Erdrutsch.

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Es war natürlich auch gleich der Strommast auf unserem Grundstück betroffen. Nach zwei Tagen kamen dann auch endlich Handwerker. Jetzt steht der Mast wieder und Strom ist auch endlich da. Ich bin mal gespannt wie die Straße nach dem Monsun aussieht.
Die Überquerung der Straße stellt ein auf alle manchmal vor große Herausforderungen, abhängig vom Niederschlag.

Straßenbau in Nepal

In Kaule wird gerade die Straße erweitert. Dadurch entstehen manchmal sehr lange Wartezeiten für den Druchgangsverkehr. Zum Glück muss ich nur bis Kaule.  Rücksichtsvoll  wird bei dem Umbau nicht vorgegangen. Ich bin noch auf das Endergebnis sehr gespannt.

Die Hütten müssen noch alle umgesetzt werden. Damit Platz für die Straße ist.

Und es mussten einige Bäume auf unserem Grundstück gefälllt werden. Daher war hier in den letzten Tagen sehr viel Betrieb gewesen und wir mussten sehr aufpassen, dass wir nicht alles offen rumliegen lassen.

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Die Hauptaktraktion war dieser Baum. IMG_20160530_205332-gross

Fällt er auf die Stromleitung oder nicht? Zum Glück nicht.

Wir fanden besonders interessant, wie auf den Baum geklettert wurde. Als Nepalese muss dies natürlich in Badelatschen geschehen.

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Ein bisschen später, hat er dann doch eingesehen, dass es barfuss leichter geht.

Die Seitenstraße, wurde von dem Bagger auch ein bisschen bearbeitet. Da braucht man sich über die nächsten Erosionen nicht wundern.

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Kaule – ein kleines nepalesisches Dorf

In Kaule werde ich in den nächsten 5 Monaten hauptsächlich leben. Es liegt im District Nuwakot und ist damit nicht soweit von Kathmandu entfernt. Also falls ich zu viel vom Dorfleben habe und wieder Stadtluft schnuppern muss, dauert ein Abstecher in die Hauptstadt nicht zu lange.

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Wie viele Dörfer in Nepal hat auch dieses  Dorf keinen so richtigen Dorfkern, sondern die Häuser sind sehr weit zerstreut. Hier ein paar erste Eindrücke vom Dorf.

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An der Hauptstraße gibt es Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf.

Blick in die Seitenstraße. IMG_8946

Dorfleben

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Und hier darf ich wohnen:

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Kleine gemütliche Blechhütte mit zwei Betten.

Da Haupthaus wurde durch das Erdbeben zerstört, daher ist die andere Alternative nur noch das Zelt.

Bei starken Regen ist die Küche unser Rückzugsort. Wenn Strom da ist, gibt es Licht und Internet. Und man kann sich bei dem momemtanen kalten Wetter einen warmen Tee machen.

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Zum Glück wird schon fleißig am neuen Haus gebaut.

Vor ein paar Tagen:

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Und heute schon mit Dach und Tür:

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Und das ist mein Blick von meiner Hütte. Bei klarer Sicht kann man von hier sogar den Himalaya sehen.

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Ein erster Überblick

Schon fast 2 Wochen bin ich in Nepal und habe es noch nicht geschafft, was zu schreiben. Gut, dass es heute schon den ganzen Tag regnet und es so nicht viel zu tun gibt.

Am 17. Mai bin ich in Kathmandu angekommen und wurde mit einem heftigen Gewitter empfangen. Daher gab es noch eine extra Runde über Nepal. Viel gesehen hat man aber leider bei den vielen Wolken nicht.

Die ersten Nächte konnte ich bei einer Freundin in Kathmandu übernachten. So konnte ich mich langsam wieder hier in Nepal einleben. Am 18. Mai habe ich mir auch gleich meinen Projektstandort angeschaut. Es ist das kleine Dorf Kaule nur 25 km entfernt von Kathmandu. Das heißt mindestens 1 Stunde Fahrt mit dem Bus von Kathmandu. Hier werde ich hauptsächlich wohnen und die Daten für meine Masterarbeit aufnehmen. Zur Seite steht mir dabei der Verein Kaule e.V. (kauleev.org). Da die Projektkoordinatoren in der ersten Woche nicht so viel Zeit für mich hatten, konnte ich die Zeit nutzen, um Freunde zu besuchen und noch verschiedene Dinge zu klären und zu organisieren.

Das Wochenende verbrachte ich in Bhaktapur und wurde herzlich von der Kopila Familie empfangen (das Waisenhaus, in dem ich meinen Freiwilligendienst 2009 absolvierte und das ich mit dem Verein Sahaya Nepal e.V. auch weiterhin unterstütze).  Zwei Nächte konnte ich in ihrem neuen Haus übernachten und mit den Kindern spielen. Außerdem traf ich mich mit Freunden aus Bhaktapur und schaute mir natürlich Bhaktapur an. Es macht einen noch mal mehr betroffen, wenn man eingenen Augen sieht, wie stark die Stadt durch das Erdbeben getroffen wurde. Dazu noch mal später mehr…

Seit Mittwoch bin ich nun in Kaule, um mit meiner Masterarbeit zu beginnen. Am Donnerstag konnte ich auch schon beginnen. Jetzt stockt es nur gerade da die Projektkoordinatorin krank ist. Dafür habe ich Zeit endlich mit dem Blog zu beginnen.

…und schon wieder in Nepal

Es hat mich mich nun zum vierten Mal nach Nepal verschlagen. Dieses Mal möchte ich meine Masterarbeit in dem kleinen Dorf Kaule schreiben. Aber auch eine Exkursion für hallesche Studenten im September möchte geplant werden…

Wenn ihr mehr über meine kleinen wie auch großen Abenteuer erfahren wollt, dann begleitet mich doch einfach auf diesem Blog durch meine Zeit in Nepal.